Landkreistagspräsident Dr. Brötel: „Wer exzellente berufliche Bildung will, muss die kommunalen Haushalte strukturell so ausstatten, dass sie ihren Beitrag dazu leisten können“
Zu den heute im Rahmen des Bildungskongresses von UBW und BLV vorgestellten Forderungen an eine neue Landesregierung äußert sich der Präsident des Landkreistags Baden-Württemberg, Landrat Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis), wie folgt:
„Wir teilen die Analyse von Wirtschaft und Lehrkräften uneingeschränkt: Unsere beruflichen Schulen sind die Schmiede des künftigen Wohlstands. Doch zur Wahrheit gehört auch: Exzellente Bildung gibt es nicht zum Nulltarif. Die Landkreise als Schulträger stehen längst mit dem Rücken zur Wand. Weil die gesetzlichen Pflichtaufgaben der Kommunen nicht mehr ausreichend finanziert sind, bleiben uns kaum noch Spielräume, um das berufliche Schulwesen im erforderlichen Umfang zu unterstützen.
Das sehen wir konkret bei der Förderung der Ausbildungsreife: Die AVdual-Begleiter sind als ‚Kümmerer‘ ein bewährtes Instrument, um Jugendliche in Ausbildung zu bringen. Doch statt dieses Erfolgsmodell strukturell im Landeshaushalt abzusichern, bleibt es bei einer unzureichenden Förderung. Die Landkreise freilich sind finanziell nicht mehr in der Lage, die unzureichende Förderung aus Kreismitteln auszugleichen. Ähnliches gilt für die Digitalisierung: Der Digitalpakt 2.0 des Bundes bringt nur kurzfristig Entlastung, die zudem noch unzureichend ist. Was wir brauchen, ist das Ende der ‚Förderitis‘ mit befristeten Programmen. Wir brauchen auch hier eine dauerhafte, pauschale Landesfinanzierung.
Wer exzellente berufliche Bildung will, muss die kommunalen Haushalte strukturell so ausstatten, dass sie ihren Beitrag dazu leisten können.“




