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Pressemitteilung vom 6.2.2020

Unhaltbare Zustände im Schienennahverkehr erfordern Machtwort!

„Im Schienennahverkehr herrschen inzwischen vielerorts im Land unhaltbare Zustände“, erklärte der Präsident des Landkreistags Baden-Württemberg, Landrat Joachim Walter (Tübingen), heute in Stuttgart. „Heillos überfüllte Züge, massive Verspätungen und regelmäßige Zugausfälle führen zu einer besonderen Form der Verkehrswende: Statt sich auf zugigen Bahnsteigen zu erkälten oder sich bei einem Zughalt auf freier Strecke mangels Sitzplatz die Beine in den Bauch zu stehen, wechseln Pendler wieder verstärkt auf die Straße, wo sie dann zwar häufig im Stau landen, dafür aber immerhin im Warmen sitzen. So wird nachhaltige Mobilität ad absurdum geführt!“, betonte Landkreistagspräsident Walter.

„Die Presseberichterstattung der letzten Zeit verstärkt den Eindruck, dass das um sich greifende Chaos im Schienennahverkehr im Kern hausgemacht und das Resultat einer verfehlten Ausschreibungspolitik des Verkehrsministeriums ist. Insbesondere scheint Verkehrsminister Hermann um des schnellen Euros willen die Fahrzeugkapazitäten bewusst auf Kante genäht zu haben, obwohl ein Anstieg der Fahrgastzahlen absehbar war und vor allem auch politisch gewollt ist“, erläuterte Joachim Walter.

„Die aktuelle Situation im Schienennahverkehr ist sowohl klimaschutz- als auch standortpolitisch nicht länger hinnehmbar und für die betroffenen Menschen eine einzige Zumutung. Ökologische Verkehrspolitik haben sich die Menschen anders vorgestellt!“, unterstrich Landkreistagspräsident Joachim Walter. Der Ministerpräsident dürfe dem Ganzen nicht weiterhin tatenlos zusehen.